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Ich weiss wer ich bin

«Als Ranis Mutter ihr erstes Kind zur Welt brachte, war es zur allgemeinen Enttäuschung ein Mädchen. Als sie dann ein zweites Mädchen gebar, verwandelte sich die Enttäuschung der Grossfamilie in Verzweiflung.»

Die Existenz des zweiten Mädchens war eine solche Beschämung, dass ihr nie ein Name gegeben wurde. Erst nach einer Nahtoderfahrung (Vergiftung durch eine Tante), erhielt die namenlose Tochter im Alter von sieben Jahren endlich einen Namen: Rani.

Rani weigerte sich, ihr Geschlecht über ihr Schicksal bestimmen zu lassen. Ihr wurde gesagt, dass sie als Mädchen, nach der siebten Klasse mit der Schule aufhören müsse. Sie wusste jedoch, dass Bildung ihr helfen könnte, sich von der Diskriminierung und den Nachteilen, denen sie ausgesetzt war, zu befreien. Sie begann auf den Feldern zu arbeiten, um für ihre eigene Ausbildung zu bezahlen. Nach ihrem Abschluss lernte sie nähen und wurde Schneiderin und finanzierte sich so ihren Weg durch die Universität.

Heute hat Rani zwei Master-Abschlüsse. Rani weiss, wie hart es ist, als Mädchen in Indien geboren zu sein und hat ihr Leben der Aufgabe gewidmet, anderen Frauen zu helfen, die ebenfalls Ungerechtigkeit und Missbrauch ausgesetzt sind. Durch die Präferenz von Jungen, fehlen in Indien 63 Millionen Frauen und mehr als 21 Millionen gelten als ungewollt in deren Familien.

Bildung brachte die Wende

Saroja war 3-jährig, als ihr Vater die Familie verliess. Als Analphabetin war es ihrer Mutter nur möglich, einfachste, schlecht bezahlte Jobs auszuüben. Ihr mageres Einkommen reichte knapp um sie über Wasser zu halten. Sie lebten mit der Grossmutter in der Ceylon-Gegend in Sivakasi. Tagsüber trieb sich Saroja durch die Gegend, wie es ihr passte – der Grossmutter gehorchte sie nicht. Das machte der Mutter zwar grosse Sorgen, aber die Arbeit lies es nicht zu, etwas dagegen zu tun.

Sarojas Mutter machte ihr Schicksal dafür verantwortlich, dass sie nie zur Schule konnte und somit keine gut bezahlten Jobs erhielt. Und doch hoffte sie auf eine bessere Zukunft für ihre Tochter. Sie hoffte, Saroja könnte einmal zur Schule gehen und eine gute Schülerin sein!

„Ich kann meine Freude nicht in Worte fassen!“ Saroja.

Der Tag kam, als Saroja sich für die Good Shepherd Schule anmelden konnte. „Ich lernte so viel während meiner Schulzeit!“ erinnert sich Saroja, jetzt mitte Zwanzig. Ihr Traum war, Lehrerin zu werden – genauso wie ihre Lehrerinnen an der Good Shepherd Schule.

Sie durchlief genau diesen Ausbildungsweg und wusste, dass sie den Ärmsten und den Verletzlichen in ihrer Heimat etwas zurückgeben wollte. „Ich konnte mir nichts Besseres vorstellen, als dies an der Good Shepherd Schule zu machen!“ Jetzt ist sie genau an ihrer eigenen Grundschule Lehrerin, da wo sich ihr Leben zum Guten gewendet hat, und investiert sich in Andere. „Ich kann meine Freude nicht in Worte fassen!“ sagt Saroja, „Nun ist nicht nur meine Familie glücklich und endlich finanziell unabhängig,  auch habe ich jeden Tag das Privileg, diese Kinder mit ähnlichem Leid und Hintergrund zu unterrichten.

Dank Ihrer Unterstützung können Kinder wie Saroja zur Schule. Danke!

Flohmarkt „Kinder für Kinder“ unterstützt die Dalit Schulen

Die Primarschule und der Elternrat Hofstetten organisierten einen Flohmarkt und spenden den Erlös für den Bau von Schulhäusern in Indien.

Ein grosses Dankeschön und Kompliment an die Kinder der Schule Hofstetten!
Kuchenbüffet am Flohmarkt
Kuchenbuffet am Flohmarkt
Spielsachen zum Verkauf - der Erlös für die Dalits
Spielsachen zum Verkauf – der Erlös für die Dalits

Flohmarkt_Hofstetten_1

Indisches Essen am Flohmarkt in Hofstetten
Indisches Essen am Flohmarkt in Hofstetten